
Erläterungstafel

(von links nach rechts)
Klaus Oortmann, Matthias Brinkmann, Michael Pöppelmann, Werner Schweck und Wolfgang Schulze

(von links nach rechts)
Werner Schweck, Wolfgang Schulze, Matthias Brinkmann, Michael Pöppelmann und Klaus Oortmann
Anlegen einer Insektenburg im Zumloh-Park
Als vor Wochen mitten im Zumloh Park an der Splieterstr. von eifrigen Nachbarn des Wohngebietes Düsternstr./Diekamp eine drei mal vier Meter große Fläche abgesteckt, der Mutterboden ausgekoffert, ein kleiner Ringgraben angelegt und das Ganze mit rotweissem Flatterband gesichert wurde, war das Rätselraten groß. Hat das etwas mit dem ehemaligen Friedhof zu tun, der früher an dieser Stelle war? Sind hier Geologen oder gar die Bodendenkmalspezialisten des Landschaftsverbandes am Werk? Mitnichten. Als dann Sand auf der Fläche verteilt und modelliert wurde, dachten einige an einen Sandspielplatz. Die Antwort nein, das wird eine Sandburg, sorgte weiterhin für Stirnrunzeln.
Eine Sandburg für wen oder was? „Für Insekten“, klärt Wolfgang Schulze von der Nachbarschaft Wohngebiet Düsternstr./Diekamp auf und erläutert weiter: „den fleißigen und unentbehrlichen Helfern in der Natur- und Kulturlandschaft fehlen nicht nur Blühpflanzen, sondern auch geeignete Brutplätze. Mehr als die Hälfte der bei uns vorkommenden Wildbienen und -wespen brauchen dazu einen sandigen, offenen bis kaum bewachsenen Boden. Hier legen sie ihre Brutröhren an. Durch die Anlage von Blühflächen und der vorhandenen etwas krautreichen Grünflächen gibt es nun im Zumloh-Park ein Nahrungsangebot für mehrere Wildbienenarten“.
Die Sandfläche in der unmittelbaren Umgebung ist eine geeignete Brutanlagenfläche. Die hier vorkommenden Bienen bilden keine Staaten wie die allseits bekannte Honigbiene.
Die Anlagen der Brutröhren und -kammern unterscheiden sich je nach Art. Die Lebensaufgabe des Weibchens besteht darin, die Brutröhre und -kammern zu graben. Damit die Bedingungen in den Brutkammern für das Ei, das Larvenstadium und das Junginsekt optimal sind, wird diese oft ausgekleidet, die Wände verklebt, sodass bei Regen keine Feuchtigkeit eindringen kann. Die neue Generation verbringt etwa ein Jahr unterirdisch.
Es ist wichtig, dass die Brutflächen möglichst ungestört sind. Deshalb haben die Burgenbauer aus der Nachbarschaft einen Zaun um die Burg eingegraben. Die Kaninchen in der Nachbarschaft sollen außen vorbleiben.
Außerdem haben die Nachbarn nunmehr eine Schautafel neben der Sandburg aufgestellt, die die Gesamtanlage sehr informativ erläutert. „Wir freuen uns, dass wir so das Geheimnis des Sandhügels endlich auflösen konnten“, zeigt sich Werner Schweck, stellv. Vorsitzender der Nachbarschaft erleichtert. „Wir danken dabei der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung, die die Daten für die Tafel zur Verfügung gestellt, aber ebenso der Stadt Warendorf, die die Flächen für diese Aktion bereitgestellt hat“. Für die Stadt hatte der Teamleiter Grünpflege, Matthias Brinkmann, die Maßnahme mit begleitet.